Auf einer Baustelle im Bocholter Norden, nahe der Aa, entsteht ein Mehrfamilienhaus mit sechs Vollgeschossen. Der Aushub zeigte eine Wechsellagerung aus feinsandigen Schluffen und Kiesen, die typisch für die Niederterrassen der Issel ist. Bevor der Rohbauer die Bewehrung legt, muss die Prognose zur Setzung und zur Tragfähigkeit des anstehenden Bodens verlässlich sein. Hier setzt der SPT (Standard Penetration Test) an: Mit einer standardisierten Ramme wird eine Spitze 30 cm in den Boden getrieben, und der Blowcount N liefert einen direkten Index für die Lagerungsdichte. In Bocholt, wo der Grundwasserspiegel oft hoch steht, ist dieser Versuch die erste Wahl, um schnell ein repräsentatives Bild des Untergrunds zu erhalten – ergänzt durch einen Georadar, wenn es um Hohlräume oder alte Kellerstrukturen geht.

Der SPT-Blowcount N in den Kiesen der Issel-Niederterrasse liegt typisch zwischen 25 und 40 – ein Hinweis auf mitteldichte bis dichte Lagerung.
Technische Details zur Leistung in Bocholt
- Lagerungsdichte nach DIN 18126 (locker bis sehr dicht)
- Scherfestigkeit über Korrelationen nach Terzaghi und Peck
- Verformungsmodul Ev für Setzungsberechnungen
- Bewertung der Verdichtbarkeit bei Hinterfüllungen
Demonstration video
Kritische Bodenfaktoren in Bocholt
Ein häufiger Fehler, den Baufirmen in Bocholt begehen, ist der Verzicht auf den SPT bei flachen Gründungen. Sie stützen sich allein auf die Beschreibung des Bohrguts und überschätzen die Tragfähigkeit von schluffigen Sanden. Die Folge sind ungleichmäßige Setzungen, die zu Rissen in der Fassade oder zu Schäden an der Bodenplatte führen. In einem Fall am Bocholter Hafen führte dieser Irrtum zu einer Nachgründung mit Mikropfählen, die das Projekt um drei Monate verzögerte. Der SPT liefert den harten Zahlenwert, den die Statik braucht – ohne ihn bleibt die Prognose eine Schätzung. Besonders kritisch ist die Situation, wenn organische Schichten oder Torf eingestreut sind; der N-Wert sinkt dann auf unter 10, was sofort eine tiefere Gründung erzwingt.
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Unser Angebot umfasst den vollständigen SPT-Versuch in Bocholt – von der Planung der Bohransatzpunkte bis zur Auswertung der N-Werte. Wir stellen drei spezifische Dienstleistungen bereit:
SPT-Bohrung mit Probenahme
Rammkernsondierungen mit durchgehender Gewinnung gestörter Bodenproben. Der SPT wird alle 1,0 m oder bei jedem Schichtwechsel ausgeführt. Das gewonnene Bohrgut wird nach DIN 4023 angesprochen und fotodokumentiert.
N-Wert-Auswertung und Korrelation
Umrechnung der gemessenen Schlagzahlen in Scherfestigkeit, Steifemodul und zulässige Bodenpressung. Wir nutzen die Korrelationen von Schmertmann, Kulhawy und Mayne für eine standsichere Bemessung.
SPT-basierte Gründungsempfehlung
Aus den N-Werten leiten wir die Gründungsart ab – Flachgründung, Tiefgründung oder Bodenverbesserung. In Bocholt empfehlen wir bei N-Werten unter 15 eine verbesserte Gründung mit Rüttelstopfverdichtung.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein SPT in Bocholt?
Die Kosten für einen Standard-Penetration-Test liegen in Bocholt zwischen 480 und 610 Euro pro Bohrpunkt, inklusive Bohransatz, Hammerarbeit und Protokollierung. Der Preis variiert mit der Tiefe und der Anzahl der Messintervalle. Bei mehr als fünf Bohrpunkten gewähren wir einen Rabatt von 10 Prozent.
Wie tief kann der SPT in Bocholt durchgeführt werden?
Mit dem automatischen Hammer erreichen wir in den quartären Kiesen und Sanden typischerweise Tiefen von 15 bis 25 Metern. Unterhalb des Grundwasserspiegels setzen wir eine Spülhilfe ein, um den Bohrfortschritt zu gewährleisten. In tertiären Tonen stoppt der Versuch oft bei 10 Metern, da die Eindringwiderstände über 60 Schläge steigen.
Unterscheidet sich der N-Wert in Bocholt von anderen Regionen?
Ja, deutlich. In den Niederterrassen der Issel liegen die N-Werte zwischen 20 und 40, während sie in den Auenlehmen der Aa oft unter 15 fallen. Im Stadtteil Barlo, wo Kiese dominieren, sind Werte über 45 keine Seltenheit. Die regionale Geologie macht eine lokale Kalibrierung der Korrelationen erforderlich.
Welche Norm gilt für den SPT in Deutschland?
Der SPT wird in Deutschland nach DIN EN ISO 22476-3 durchgeführt. Die Norm schreibt den automatischen Hammer, eine Fallhöhe von 76 cm und die Aufzeichnung der Schlagzahlen für jede 15-cm-Stufe vor. Zusätzlich gilt DIN 4020 für die Planung der Untersuchungen und die Probengewinnung.
Kann der SPT in Bocholt bei hohem Grundwasserstand durchgeführt werden?
Ja, der SPT funktioniert direkt im Grundwasser. Der Bohrer wird verrohrt, und der Hammer schlägt unter Wasser. Der N-Wert wird dann als N_60 oder N_70 korrigiert, um den Einfluss des Auftriebs auf die Fallenergie zu kompensieren. In Bocholt mit seinem hohen Grundwasserspiegel ist das die Standardpraxis.